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Politik

Merz lässt Reformkurs per Lautsprecherwagen durch alle 16 Landeshauptstädte fahren – Weidel ernennt AfD per Handzeichen zur Volkspartei

Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eskaliert die Lage: Kanzler Merz schickt einen Lautsprecherwagen durch die Republik, der ununterbrochen «Reformkurs!» ruft, während AfD-Chefin Weidel die AfD per Handzeichen zur Volkspartei erklärt und alle Parteien zu einem Empfang einlädt, der nie endet.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Montagmorgen einen Lautsprecherwagen in Dienst gestellt, der seit 6 Uhr durch alle sechzehn Landeshauptstädte fährt und im Minutentakt den Satz «Der Reformkurs wird fortgesetzt» ausstößt. Das Fahrzeug, ein umgebauter Möbeltransporter mit vier auf dem Dach verschraubten Hornlautsprechern, wird von zwei Beamten des Kanzleramts begleitet, die an jeder Haltestelle eine Tafel mit der Aufschrift «Reformkurs» hochhalten. Wie das Kanzleramt mitteilte, soll die Tour bis zur nächsten Landtagswahl andauern.

In Schwerin angekommen, ließ der Wagen vor dem Schloss die Fensterscheiben vibrieren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig trat auf den Balkon und rief, sie nehme den Regierungsauftrag an, worauf der Lautsprecherwagen «Reformkurs» antwortete. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm stellte sich daneben und lud alle Parteien zu einem Empfang ein, der nach Angaben seiner Fraktion «bis zur Regierungsbildung durchgehend geöffnet» bleibt. Die Grünen schickten eine Delegation, die FDP kam nicht, weil sie nach eigenem Bekunden «gerade nicht im Landtag ist».

Unterdessen erklärte AfD-Chefin Alice Weidel die AfD per Handzeichen zur neuen Volkspartei. Vor etwa zweihundert Anwesenden hob sie die rechte Hand und sagte: «Hiermit sind wir Volkspartei.» Die Anwesenden hoben ebenfalls die Hand. Ein Mitarbeiter notierte die Uhrzeit auf einer Tafel, die anschließend durch den Saal getragen wurde. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern, die den Einzug in den Landtag verpasst hat, ließ mitteilen, sie werde den Vorgang «beobachten».

Der Lautsprecherwagen setzte seine Fahrt am Abend fort. In Erfurt angekommen, musste er wegen eines defekten Keilriemens anhalten. Die beiden Beamten hielten die Tafel weiter hoch.

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