Landtagswahl: Spitzenkandidaten ziehen in Sachsen-Anhalt in Dauerwahlkampf um, der erst 2031 endet
In Sachsen-Anhalt haben die Spitzenkandidaten beschlossen, den Wahlkampf nicht am 6. September zu beenden, sondern als Dauerzustand bis zur übernächsten Wahl fortzuführen. Jeder Marktplatz, jedes Vereinsfest und jede Bushaltestelle wird zur Bühne, die Kandidaten campieren in den Wahlkreisen und haben ihre Wohnungen aufgegeben.
Magdeburg – Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben am Montag überraschend erklärt, den Wahlkampf nicht am 6. September zu beenden, sondern als Dauerzustand bis zur übernächsten Wahl im Jahr 2031 fortzuführen. „Wir haben festgestellt, dass uns das ständige Unterwegssein und das Händeschütteln in den vergangenen Monaten so sehr geprägt hat, dass wir gar nicht mehr aufhören können“, sagte CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze bei einer Pressekonferenz im Landtag. Er habe bereits sein Büro in ein Wohnmobil verlegt und werde künftig jeden Morgen in einem anderen Ort aufwachen, um „kein Fest und keine Versammlung zu verpassen“.
Die AfD-Spitzenkandidatin Ulrich Siegmund kündigte an, ihre Dauerlächeln-Offensive auf sämtliche Supermärkte, Schwimmbäder und Wartezimmer auszuweiten. „Ich werde so lange lächeln, bis auch der letzte Wähler vergessen hat, dass es je einen Alltag ohne mich gab“, sagte Siegmund. Die Linke Eva von Angern will derweil in jedem Landkreis ein „Heimat-Zelt“ aufschlagen, in dem sie rund um die Uhr über Kinderarmut spricht, während SPD-Mann Armin Willingmann einen Deich aus Wahlplakaten um die Landeshauptstadt errichten lässt, um „die Flut der Gleichgültigkeit“ aufzuhalten.
Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat angekündigt, ihre Wahlkampf-Radtour durch alle 218 Gemeinden des Landes zu verlängern und dabei pro Ort mindestens drei Zukunftswerkstätten abzuhalten. FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens will derweil jeden Tag eine neue Digitalisierungs-Initiative starten, bis ganz Sachsen-Anhalt aus Glasfaser besteht. Das BSW-Duo Thomas Schulze und Claudia Wittig hat angekündigt, ab sofort in jedem Landkreis eine „Anti-Merz-Wanderung“ anzubieten. Die Landeswahlleitung prüft derzeit, ob die Dauerwahlkampf-Regelung mit dem Grundgesetz vereinbar ist, und erwägt, die nächste Wahl auf 2031 vorzuziehen, um die Kandidaten zu entlasten.