Landtag Magdeburg führt Pflicht-Festbeleuchtung für Filmteams ein, nachdem Streamer einen „heute-show“-Reporter durch den Plenarsaal verfolgte
Nach einer Verfolgungsjagd auf einen „heute-show“-Reporter im Magdeburger Landtag reagiert die Landtagsverwaltung mit einer beispiellosen Maßnahme: Jedes Filmteam erhält künftig eine eigene, nummerierte Spur durch das Gebäude – und der Streamer darf sie als Erster testen.
Die Landtagsverwaltung in Magdeburg hat nach der Verfolgung eines Reporters der „heute-show“ durch einen Streamer des Kanals „Deutschland Kurier“ eine beispiellose bauliche Konsequenz gezogen: Ab kommender Woche wird im gesamten Landtagsgebäude ein farbcodiertes Spurensystem für Filmteams eingerichtet, das Pressevertreter und Streamer strikt voneinander trennt.
Der Streamer, der den Reporter Fabian Köster am Freitag durch mehrere Flure und einen Sitzungssaal bedrängt hatte, soll die neue Anlage als erster Testläufer durchqueren – begleitet von zwei Ordnern und einer Stoppuhr. „Wir wollen wissen, ob die Spur lang genug ist“, erklärte ein Sprecher der Verwaltung. „Wenn nicht, verlängern wir sie bis zum Parkplatz.“
Die Maßnahme geht auf eine Sondersitzung des Landtagspräsidiums zurück, in der die Abgeordneten beschlossen, künftig jede Störung des Parlamentsbetriebs durch Filmaufnahmen mit einer eigenen baulichen Antwort zu beantworten. Geplant sind unter anderem ein abgetrennter Interview-Korridor mit Sichtschutz, ein Warteraum für Kamerateams mit nummerierten Sitzplätzen sowie eine Ampelanlage, die anzeigt, welcher Kanal gerade filmen darf.
Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßte die Trennung grundsätzlich, kritisierte jedoch, dass die neue Ordnung den Streamer faktisch zur Hauptfigur des Verfahrens mache. „Wir haben nichts gegen Spuren“, sagte eine Sprecherin. „Aber die erste Spur gehört nicht dem, der andere bedrängt.“
Der Streamer selbst kündigte an, die Teststrecke live zu übertragen und dabei jede Abkürzung zu nehmen, die ihm einfällt. Die Landtagsverwaltung ließ dazu mitteilen, man werde die Strecke notfalls mit Topfpflanzen abriegeln. Die Pflanzen stünden bereit.
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