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Politik

Koalition richtet sieben Dauerbaustellen als begehbares Regierungsviertel ein – Bürger können Probleme jetzt besichtigen

Schwarz-Rot hat die sieben größten Streitpunkte in ein Freilichtmuseum umgewandelt. Besucher zahlen Eintritt, Minister arbeiten in Schaukästen.

Die schwarz-rote Koalition hat ihre sieben größten Probleme – Rente, Pflege, Steuern, Haushalt, Sachsen-Anhalt, Regierungsbildung und Führungsfragen – in ein begehbares Freilichtmuseum im Berliner Regierungsviertel verwandelt. Jedes Problem ist ein eigener Pavillon, der rund um die Uhr von echten Ministeriumsmitarbeitern besetzt ist.

Im Pavillon «Rente» sitzt der frisch ernannte Arbeitsminister Alexander Schweitzer an einem Schreibtisch, der auf einer fahrbaren Bühne montiert ist. Besucher können ihm beim Sortieren von 33 Empfehlungen zusehen, die er in wechselnder Reihenfolge auf einen Stapel legt und wieder herunterreißt. «Wir wollten den Fortschritt sichtbar machen», erklärte Vizekanzler Lars Klingbeil bei der Eröffnung. «Bisher sah man nur, dass nichts vorangeht. Jetzt sieht man, wie nichts vorangeht.»

Der Pavillon «Pflege» besteht aus einem nachgebauten Pflegeheim, in dem Kommissionsmitglieder so lange über die Zusammensetzung beraten, bis der letzte Besucher gegangen ist. Im Steuer-Pavillon wird Zuckerwatte verkauft, die mit einer Sonderabgabe belegt ist; der Erlös fließt in den Haushalt, der in einem Nebenzelt als offener Graben angelegt wurde. «Wir haben den Haushalt 2027 einfach ausgehoben», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums. «Jetzt kann jeder hineinschauen und sehen, dass er leer ist.»

Für den Pavillon «Sachsen-Anhalt» wurde eine Wahlkabine aufgestellt, in der CDU-Abgeordnete üben, geschlossen den Saal zu verlassen. Der Eintritt ist frei, wer länger als zehn Minuten bleibt, muss einen Koalitionsausschuss moderieren.

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