Kassenbon wird Staatsakt: Klingbeil lässt ab 2028 jeden Einkauf von einem Beamten per QR-Tafel bestätigen
Das Kabinett hat den digitalen Kassenbon beschlossen – doch das Finanzministerium treibt die Sache weiter: Ab 2028 wird jeder Einkauf von einem eigens abgestellten Beamten mit amtlicher QR-Tafel feierlich quittiert. Die offenen Ladenkassen werden öffentlich abgerissen.
BERLIN – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch nicht nur den digitalen Kassenbon ab 2028 beschlossen, sondern gleich die gesamte Bonausgabe zu einer staatlichen Zeremonie erklärt. Künftig wird in jedem Geschäft mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz ein Beamter des neu geschaffenen Bundesamts für Belegwesen (BfB) an der Kasse stehen und den Einkauf durch Hochhalten einer amtlichen QR-Tafel feierlich bestätigen.
Die Zeremonie folgt einem minutiösen Protokoll: Der Beamte prüft den Warenkorb, spricht die Formel «Der Umsatz ist erfasst» und hält die Tafel drei Sekunden lang über den Scanner. Erst dann darf die Kundschaft den Laden verlassen. In Modellregionen wie Göttingen und Passau werden dafür eigens Zelte auf Parkplätzen errichtet, in denen bis zu vier Beamte gleichzeitig die Belege schwenken.
Finanzminister Lars Klingbeil verteidigte den Aufwand: «Wer ehrlich einkauft, soll das auch sehen. Die QR-Tafel ist der sichtbare Beweis, dass niemand die Dummen sind.» Die rund 115.000 offenen Ladenkassen werden ab 2028 nicht einfach abgeschafft, sondern öffentlich und mit Musikkapelle abgerissen. Der erste Abriss ist für den 3. Januar 2028 in einem Dorfladen im Allgäu angesetzt.
Der Digitalverband Bitkom begrüßt die Umstellung, fordert aber Nachbesserungen: «Es muss unmissverständlich geregelt sein, welcher Beamte wann welche Tafel schwenkt», sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Ausgenommen bleiben Betriebe mit Barumsätzen unter 12.000 Euro – sie dürfen weiterhin handschriftlich quittieren, allerdings nur mit amtlich geprüftem Füller.
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