Kämpfer lässt Mineralölkonzerne ihre Übergewinne in bar an der Zapfsäule auszahlen
Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ulf Kämpfer ordnet an, dass Ölkonzerne krisenbedingte Übergewinne direkt an der Tankstelle in bar an Pendler auszahlen – mit sofortiger Wirkung.
Ulf Kämpfer, SPD-Landeschef von Schleswig-Holstein, hat angeordnet, dass Mineralölkonzerne ihre krisenbedingten Übergewinne ab sofort direkt an der Zapfsäule in bar an Autofahrer auszahlen. Wer tankt, erhält den Differenzbetrag zum Vorjahrespreis in Scheinen und Münzen ausgehändigt, noch bevor die Zapfpistole einrastet.
Die Konzerne mussten dafür sämtliche Filialen umbauen: Jede Tankstelle erhielt einen zweiten Kassenschalter, an dem ein Mitarbeiter den Übergewinn aus einer Stahlkassette abzählt. Kämpfer sprach von einem «Akt der Anständigkeit». Die Auszahlung erfolge ohne Antrag, ohne Formular, allein auf Vorlage des Führerscheins.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wurde aufgefordert, auf Länderebene eine «Abschöpfungsaufsicht» einzurichten. Diese soll mit Kleinbussen über die Autobahnraststätten fahren und prüfen, ob das Bargeld auch wirklich fließt. Erste Fahrzeuge wurden bereits umgerüstet, die Sitze mussten den Geldkoffern weichen.
Pendler berichten, dass sich vor den Kassen Schlangen bis auf die Straße bilden. Ein Handwerker aus Flensburg sagte, er habe für eine Tankfüllung 23 Euro zurückerhalten und dafür zwei Stunden angestanden. Pflegedienste hätten eigene Schalter gefordert, um ihre Flotten schneller abzufertigen.
Die Ölkonzerne kündigten an, die Auszahlung «selbstverständlich» vorzunehmen, und bestellten umgehend zusätzliche Geldtransporter. Kämpfer ließ mitteilen, man werde die Aktion so lange fortsetzen, bis die Preise von selbst fielen.