Heer verlegt komplette Flugabwehr-Ausbildung nach Leipzig, um Marschflugkörper-Produktion persönlich zu bewachen
Das Deutsche Heer verlegt seine gesamte Flugabwehr-Ausbildung nach Leipzig, damit die Soldaten die neuen Marschflugkörper persönlich bewachen können. 1.500 Kilometer Reichweite, aber die Ausbildung findet direkt neben dem Werk statt.
Das Deutsche Heer hat seine gesamte Flugabwehr-Ausbildung nach Leipzig verlegt, direkt neben die neue Produktionsstätte des US-Rüstungsunternehmens Covenant. Die Soldaten sollen die Fertigung der Marschflugkörper vom Typ Anthem persönlich bewachen, teilte das Heereskommando mit.
Heeresinspekteur Christian Freuding erklärte, man wolle die Waffen nicht nur kaufen, sondern «physisch anwesend sein, wenn sie entstehen». Die Ausbildung finde nun auf dem Werksgelände statt, zwischen Montagehallen und Testständen. Jeder Rekrut erhalte einen eigenen Marschflugkörper, den er bis zum ersten Zulauf 2027 persönlich betreue.
Die Bundeswehr plant, ab 2027 jährlich zunächst 1.000, ab 2028 bereits 5.000 Exemplare zu übernehmen. Freuding sprach von «Masse zur Sättigung» – gemeint sei die gegnerische Flugabwehr, nicht die eigene Truppe. Die Soldaten üben, Ziele in 1.500 Kilometern Tiefe massiert zu bekämpfen, indem sie die Marschflugkörper auf dem Werkshof in Reih und Glied aufstellen und laut zählen.
Die Stadt Leipzig hat reagiert: Der örtliche Nahverkehr fährt jetzt im Takt der Teststarts, und die Stadtwerke haben die Straßenbeleuchtung auf das Leuchten der Triebwerke abgestimmt. Ein Sprecher des Heeres sagte, man prüfe, ob die Rekruten künftig auch die Endmontage übernehmen könnten, «um Kosten zu senken und die Wertschätzung zu erhöhen».
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