Goldschmidt lässt Windräder in Schleswig-Holstein von Hand drehen, um Reiches Reformen zu umgehen
Umweltminister Tobias Goldschmidt hat angeordnet, dass alle Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein künftig von Hand gedreht werden, um die geplanten Einschränkungen der Bundesregierung zu umgehen. Die Aktion soll das ganze Land in eine einzige große Handkurbel verwandeln.
Umweltminister Tobias Goldschmidt hat angeordnet, dass sämtliche Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein ab sofort von Hand gedreht werden. Damit will er die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geplanten Reformen umgehen, die den Ausbau der Erneuerbaren ausbremsen sollen. «Wenn Berlin uns die automatische Drehung verbietet, dann drehen wir eben selbst», sagte Goldschmidt auf einer Pressekonferenz in Kiel.
Die Landesregierung hat bereits mit dem Bau von handbetriebenen Kurbelplattformen an allen Windrädern begonnen. Jede Anlage erhält eine eigene Mannschaft, die im Schichtbetrieb rund um die Uhr die Rotorblätter in Bewegung hält. Insgesamt sollen mehr als 3000 Kurbelplattformen entstehen, jede mit einem eigenen Schichtplan und einer eigenen Kantine. Die ersten Freiwilligen haben bereits mit dem Training begonnen, um die notwendige Ausdauer für zwölfstündige Kurbelschichten zu entwickeln.
Die Aktion hat ungeahnte Folgen für die gesamte Region. Weil Tausende Arbeitskräfte für das Kurbeln abgestellt werden, mussten Schulen und Supermärkte ihre Öffnungszeiten anpassen. Die Landesregierung hat ein eigenes Amt für Handkurbelkoordination eingerichtet, das die Schichten verwaltet und bei Engpässen zusätzliche Kurbler aus anderen Bundesländern anfordert. Ministerpräsident Daniel Günther unterstützt das Vorhaben und hat angekündigt, selbst eine Nachtschicht zu übernehmen.
Goldschmidt zeigte sich optimistisch, dass die Aktion Schule machen wird. «Wenn Reiche uns die Entschädigung streicht, dann kurbeln wir eben ohne Entschädigung – aber wir kurbeln», sagte er. Die ersten Anlagen drehen sich bereits wieder, wenn auch langsamer als zuvor. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte lediglich, man prüfe die Rechtslage.
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