CDU-Ministerpräsidenten reisen geschlossen per Sonderzug nach Berlin und beziehen Wache vor dem Kanzleramt
Die acht CDU-Ministerpräsidenten haben eine Dauerwache vor dem Kanzleramt eingerichtet, um Friedrich Merz den Rücken zu stärken. Sie campieren in Sonderzügen, verhängen eine Urlaubssperre für ihre Landesverwaltungen und lassen ihre Dienstwagen zu einer Mauer auffahren.
Die acht CDU-Ministerpräsidenten haben am Mittwochmorgen geschlossen per Sonderzug die Hauptstadt erreicht und vor dem Kanzleramt eine dauerhafte Wache bezogen, um Bundeskanzler Friedrich Merz den Rücken zu stärken. Die Regierungschefs ließen ihre Dienstwagen zu einer lückenlosen Kette auffahren, die seitdem die gesamte Straße vor dem Gebäude blockiert. «Wir bleiben, bis die Personaldebatte beendet ist», erklärte ein Sprecher der Runde.
Für die Dauer der Aktion haben alle acht Länder eine Urlaubssperre für ihre gesamten Landesverwaltungen verhängt. Die Ministerpräsidenten selbst beziehen Quartier in den Sonderzügen, die auf einem eigens geräumten Bahnhofsgleis stehen. Aus den Fenstern hängen Transparente mit der Aufschrift «Geschlossenheit». Die nordrhein-westfälische Staatskanzlei ließ mitteilen, Hendrik Wüst werde seinen Schreibtisch bis auf Weiteres an die Spree verlegen.
Die Aktion wird von einem gemeinsamen Morgenappell begleitet, zu dem die Ministerpräsidenten täglich um sechs Uhr antreten. Dabei wird die Erklärung verlesen, in der sie eine Minderheitsregierung ablehnen und Geschlossenheit beschwören. Ein Ministerpräsident, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, man habe die Erklärung bewusst nicht nur unterschrieben, sondern «körperlich vollzogen».
Die Berliner Verkehrsbetriebe richteten für die blockierte Straße einen Ersatzverkehr ein, der die Anwohner künftig im Halbstundentakt um das Regierungsviertel führt. Die Wache soll nach Angaben aus Parteikreisen bis nach den Landtagswahlen am Sonntag aufrechterhalten werden. Ob sie danach abgebaut wird, ließen die Ministerpräsidenten offen.