CDU gewinnt Niedersachsen-Wahl, weil sie in jedem Wahllokal einen eigenen Ortsvorsteher aufstellte
Die CDU hat die Kommunalwahlen in Niedersachsen nicht nur gewonnen – sie hat in allen 6,3 Millionen Wahlberechtigten-Haushalten einen eigenen Wahlleiter einquartiert, der bis zur Stichwahl in Hannover bleibt.
Die CDU hat die Kommunalwahlen in Niedersachsen gewonnen, weil sie in jedem einzelnen Wahllokal des Landes einen eigenen Ortsvorsteher postiert hat, der dort ab sofort wohnt, kocht und die Stimmzettel persönlich faltet. Landeschef Sebastian Lechner sprach von einem «logistischen Kraftakt, der sich gelohnt hat».
In Wolfsburg blieb das Rathaus in CDU-Hand, weil Amtsinhaber Dennis Weilmann nach Auszählung der Stimmen kurzerhand die Eingangstür zunagelte und die Schlüsselübergabe an die Wahlleitung verweigerte. In Hannover kündigte OB Belit Onay an, die Stichwahl in zwei Wochen durch ein Zeltlager auf dem Rathausvorplatz zu entscheiden, bei dem beide Kandidaten rund um die Uhr Wahlkampf betreiben müssen.
Die AfD konnte ihr Ergebnis auf 16,5 Prozent verdreifachen, nachdem sie in Salzgitter einen mobilen Wahllokal-Anhänger mit eigener Zapfanlage betrieb. Die Wahlbeteiligung stieg auf 50,67 Prozent, weil die CDU in jedem Dorf ein Freibier für alle Wählerinnen und Wähler ausschenkte, die bis 16.30 Uhr ihre Stimme abgaben.
Ministerpräsident Olaf Lies nannte die Wahl «eine echte Persönlichkeitswahl», bei der es um die eigene Gemeinde gehe. Die CDU kündigte an, ihre Ortsvorsteher bis zur Landtagswahl 2027 in den Wahllokalen zu belassen, damit «die Demokratie nicht wieder einreißt».