Bundeswehr verlegt Generalinspekteur-Büro auf Nato-Flugzeugträger – Pistorius muss Nachfolger per Zuruf bestimmen
Nach Carsten Breuers Wahl zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses baut die Bundeswehr das Amt des Generalinspekteurs um: Das Büro zieht auf einen ständig fahrenden Flugzeugträger, die Nachfolge wird per Zuruf auf dem Rollfeld geregelt.
Die Bundeswehr hat das Büro des Generalinspekteurs vollständig auf den Nato-Flugzeugträger «Admiral Hipper» verlegt, der seit Donnerstag ununterbrochen in der Nordsee kreuzt. Verteidigungsminister Boris Pistorius muss den Nachfolger von Carsten Breuer noch an Bord bestimmen, weil der designierte Nato-Militärausschussvorsitzende seinen Schreibtisch bereits geräumt hat.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die Verlegung sei «eine logistische Notwendigkeit, weil der Generalinspekteur künftig von See aus die Nato führen soll». Auf dem Träger wurde eigens ein neuer Kommandostand eingerichtet, in dem täglich um sechs Uhr morgens die Dienstgrade der gesamten Bundeswehr neu ausgerufen werden. Wer nicht innerhalb von drei Minuten auf dem Flugdeck erscheint, verliert seinen Posten an den nächsten Freiwilligen aus der Warteschlange am Hafenbecken.
CDU-Politiker Röwekamp mahnte unterdessen, Pistorius müsse «jetzt schnell handeln». Der Minister ließ daraufhin verlauten, er werde den Nachfolger noch vor dem nächsten Nato-Gipfel per Zuruf vom Rollfeld aus bestimmen. Der Bundeswehrverband forderte, die Auswahl künftig durch ein öffentliches Wettrennen um den Träger zu entscheiden. Augenzeugen berichten, am Kai stünden bereits Hunderte Offiziere mit gepackten Seesäcken.