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Politik

Bundeswehr lädt 18-Jährige zur Musterung auf dem Truppenübungsplatz – mit Hindernisbahn und Gefechtslärm

Die Bundeswehr hat begonnen, junge Männer, die kein Interesse am Wehrdienst haben, direkt in Kasernen zu mustern. Dort erwartet sie ein standardisierter Eignungstest, der aus einem 12-Kilometer-Marsch mit Gepäck, einer Hindernisbahn und einem simulierten Gefecht besteht. Das Verteidigungsministerium spricht von einer «ganzheitlichen Eignungsfeststellung».

Die Bundeswehr hat damit begonnen, die ersten 1.000 Männer, die bislang kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben, nicht mehr in Musterungszentren, sondern direkt auf Truppenübungsplätzen zu mustern. Dort erwartet die 18-Jährigen ein standardisierter Eignungstest, der aus einem 12-Kilometer-Marsch mit 15 Kilogramm Gepäck, einer Hindernisbahn und einem simulierten Gefecht mit Platzpatronen besteht. «Wir wollen sehen, wie sie unter realen Bedingungen funktionieren», erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Die Männer werden mit Bussen eingesammelt und in Zelten untergebracht. Wer den Marsch nicht in der vorgegebenen Zeit absolviert, wird nicht ausgemustert, sondern einer «besonderen Förderung» zugeführt. Diese umfasst zusätzliche Frühsporteinheiten und Nachtmärsche. «Das ist keine Strafe, das ist Fürsorge», betonte der Sprecher. Die Zahl der Musterungen soll bis Jahresende auf 5.000 steigen.

In den umliegenden Gemeinden hat sich der Alltag verändert. Anwohner berichten von morgendlichem Kommandorufen und dem Geräusch von Stiefeln auf Asphalt. Ein Bäcker liefert jetzt täglich 2.000 Schrippen an das Lager. Die örtliche Freiwillige Feuerwehr wurde angewiesen, bei Übungen mit Platzpatronen Bereitschaft zu zeigen.

Die Bundeswehr plant, das Verfahren auf alle 18-jährigen Männer auszuweiten. Ab 2027 sollen in 24 Zentren flächendeckend Musterungen stattfinden. Bis dahin will man die Kapazitäten «kontinuierlich erhöhen». Ein Generalinspekteur sagte, man werde «die jungen Männer dort abholen, wo sie stehen – und sie dann ins Gelände führen».

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