Bundestag richtet bundesweite Notfall-Warteschlange ein – Patienten ziehen Nummern wie im Amt
Die Notfallreform wird zur Dauereinrichtung: Eine einzige bundesweite Warteschlange ersetzt alle Notaufnahmen, Rettungswagen fahren künftig nur noch Nummernschilder spazieren.
Mit der heute beschlossenen Notfallreform richtet der Bundestag eine einzige bundesweite Warteschlange ein, in die sich jeder Patient persönlich einreihen muss – wer vorn steht, wird behandelt, alle anderen warten, bis sie an der Reihe sind. Die Nummern werden in Berlin gezogen, die Behandlung findet dort statt, wo die Nummer gerade aufgerufen wird.
Gesundheitsminister Carsten Linnemann verteidigte das Verfahren: «Wer wirklich dringend Hilfe braucht, bekommt selbstverständlich eine Nummer, die schneller aufgerufen wird. Das ist der Kern der Steuerung.» Die Rettungsdienste fahren künftig keine Patienten mehr, sondern nur noch Nummernschilder durch die Republik, damit die Reihenfolge überall sichtbar bleibt.
Die integrierten Notfallzentren an den Kliniken wurden zu Wartehallen umgebaut, in denen Sitzbänke in Reihen stehen und eine Anzeigetafel den nächsten Aufruf zeigt. Ärzte, die einen Patienten behandeln wollen, müssen dessen Nummer vorher ausrufen lassen; wer ohne Aufruf behandelt, verliert seine Zulassung.
Für die Nachtstunden richtet das Ministerium eine Sonderschicht ein: Zwischen 22 und 6 Uhr werden nur Nummern aufgerufen, die mit einer geraden Ziffer enden. Die Krankenkassen müssen ihre Mitglieder künftig über jede Änderung der Warteschlangenposition informieren, notfalls per Post.
Der Bundesrat will am 20. November zustimmen. Bis dahin üben die Länder bereits das Nummernziehen.
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