Bundestag beschließt Blutabnahme-Pflicht für alle Schwangeren bei jedem Arztbesuch
Das Parlament weitet das Monitoring auf eine wöchentliche Blutentnahme aus – mit 529 Ja-Stimmen und einer neuen Bundesbehörde, die in Geburtskliniken einzieht.
Der Bundestag hat mit 529 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und 23 Enthaltungen beschlossen, dass Schwangere künftig bei jedem Arztbesuch – auch bei Routineuntersuchungen – eine Blutprobe für das genetische Monitoring abgeben müssen. Die Proben werden zentral in einer neuen Bundesoberbehörde für vorgeburtliche Blutanalytik in Halle (Saale) gesammelt und dort von einem Expertengremium ausgewertet.
Die Behörde bezieht dafür eine ehemalige Kaserne, in der rund um die Uhr gearbeitet wird. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, man wolle «nicht im Blindflug agieren» und benötige «eine Datengrundlage, die so vollständig ist, dass jede Schwangerschaft statistisch lückenlos abgebildet werden kann». Die Blutentnahmen sollen nach einem festen Schichtplan erfolgen, der auch Nacht- und Wochenenddienste vorsieht.
Kritiker warnen, der Aufwand sei unverhältnismäßig. Die SPD-Abgeordnete Carmen Wegge betonte jedoch, es dürfe «nicht vom Geldbeutel abhängen, ob eine Frau den Bluttest macht». Die Grünen-Politikerin Paula Piechotta begrüßte die Einigung: «Wir können uns auch bei schweren bioethischen Fragen am Ende einigen.»
Die neue Behörde plant bereits, ihr Personal aufzustocken und in Geburtskliniken eigene Büros zu beziehen. Ein erster Probelauf in drei Bundesländern soll nächsten Monat starten.
2