Bremen richtet für jeden Gast einen eigenen Bundesland-Pavillon ein – 15 Ländermeilen gleichzeitig
Zum Tag der Deutschen Einheit baut Bremen die Ländermeile fünfzehnmal auf, damit jede und jeder der angereisten Spitzenpolitiker eine eigene, exklusive Meile erhält. Die Stadt stellt dafür sämtliche Straßenbahnen still und verlegt den Osterdeich provisorisch um.
Bremen hat die Ländermeile auf dem Osterdeich kurzerhand fünfzehnmal aufgebaut, damit jeder der angereisten Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen eine eigene, ausschließlich für ihn oder sie reservierte Meile erhält. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass dafür sämtliche Straßenbahnen stillgelegt und durch marschierende Musikkorps ersetzt wurden.
«Wir wollten sicherstellen, dass niemand sich die Meile mit einem anderen Bundesland teilen muss», erklärte ein Sprecher des Senats. «Jede Delegation bekommt einen eigenen Osterdeich, einen eigenen Dom und einen eigenen Festakt – nur die Glocke mussten wir wegen der Akustik teilen.» Die ökumenischen Gottesdienste finden daher im Stundentakt statt, der Bundespräsident erhält den ersten, die Bundestagspräsidentin den zweiten und der Bundeskanzler den dritten.
Die rund 800 geplanten Veranstaltungen wurden auf 800 Mal 15 aufgestockt, sodass die Fantastischen Vier am Samstagabend fünfzehnmal hintereinander auftreten – jeweils vor einem Publikum, das aus genau einer Person besteht. Null-Euro-Tickets wurden aus Sicherheitsgründen in limitierter Auflage von einem Exemplar pro Auftritt ausgegeben.
Die Polizei aus allen Bundesländern hat mobile Durchfahrtssperren so dicht gestellt, dass Besucherinnen und Besucher nur noch kriechend passieren können. Die Bundespolizei überwacht den Flughafen Bremen mit Kameras, die auf jede einzelne Parkbank gerichtet sind. Fahrten mit Bussen und Bahnen bleiben kostenlos, allerdings fahren die Busse im Kreis, damit niemand den Festakt versehentlich verlässt.
Für nächste Woche kündigte der Senat an, die Ländermeile auf sechzehn zu erweitern, falls ein weiteres Bundesland kurzfristig sein Kommen zusagt.
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