Berliner Wahlkampf endet mit Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Zielgeraden
Eine neue Insa-Umfrage sieht CDU und Linke in Berlin gleichauf bei 20 Prozent. Die Parteien reagieren mit einem beispiellosen Dauerlauf-Wahlkampf, bei dem Kandidaten und Anhänger buchstäblich um die Wette rennen.
Berlin – Wenige Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus hat sich das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linken in einen wörtlichen Dauerlauf verwandelt. Nach der neuen Insa-Umfrage liegen beide Parteien bei 20 Prozent. Die Spitzenkandidaten Stefan Evers (CDU) und Elif Eralp (Linke) haben daraufhin angeordnet, dass ihre gesamte Wahlkampfmannschaft ab sofort im Gleichschritt durch die Stadt läuft – von Marzahn bis Zehlendorf, ohne Pause, bis Sonntagabend.
Die CDU hat dafür eigens eine Laufstrecke entlang der U-Bahnlinie U5 markiert. Die Linke konterte mit einer Parallelroute auf der U8. Beide Strecken sind mit Kreide und Fähnchen abgesteckt, an jeder Station stehen Trommler, die den Takt vorgeben. Die AfD, die in der Umfrage bei 18 Prozent liegt, hat angekündigt, mit einem eigenen Marsch auf der Ringbahn mitzuhalten. Die Grünen (16 Prozent) und die SPD (zwölf Prozent) laufen hinterher und verteilen dabei Flyer.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht, das mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen würde, hat eine Sondererlaubnis beantragt, um auf der Stadtbahn mitzufahren. Die Fehlertoleranz der Umfrage liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten. Für die Erhebung wurden zwischen dem 7. und 14. September 1000 Menschen befragt. Die Parteien haben angekündigt, das Lauftraining bis zur Schließung der Wahllokale fortzusetzen. Ein Sprecher der Landeswahlleitung sagte, man werde die Auszählung wie geplant durchführen, egal wie viele Läufer noch unterwegs seien.