Berliner Linke stellt Wahlkampf auf 24-Stunden-Betrieb um – CDU fordert Schichtplan
Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl hat die Linke in Berlin den Wahlkampf auf einen ununterbrochenen 24-Stunden-Betrieb umgestellt. Die CDU verlangt Einsicht in den Schichtplan und prüft eigene Nachtschichten.
Die Berliner Linke hat den Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl auf einen ununterbrochenen 24-Stunden-Betrieb umgestellt. Seit Montag sind nach Angaben der Landesgeschäftsstelle 380 freiwillige Wahlkämpfer in drei Schichten rund um die Uhr im Einsatz, mit Schlafsäcken in den Kreisbüros und einem festen Weckruf um 5:40 Uhr.
Die CDU reagierte umgehend und forderte Einsicht in den Schichtplan. Ein Sprecher erklärte, man prüfe derzeit, ob eigene Nachtschichten eingeführt werden könnten, um «wenigstens beim Schlafrhythmus der Hauptstadt gleichzuziehen». Die Grünen kündigten an, ihre Wahlkampfstände künftig ebenfalls nachts zu besetzen, sofern genügend Kaffee beschafft werden könne.
Die Linke ließ mitteilen, die Aktion sei «eine Frage der Haltung». Wer um 3 Uhr morgens in Neukölln an einer Haustür klingele, zeige, dass er die Sorgen der Menschen ernst nehme. Die Partei verzeichnet nach eigenen Angaben bereits 1.100 zusätzliche Anfragen für die Schicht am Sonntag.
Die Berliner CDU kündigte an, den Schichtplan der Linken notfalls gerichtlich prüfen zu lassen. Ein Parteisprecher sagte, man habe nichts gegen Nachtarbeit, «aber bitte mit Plan und nicht einfach so». Die Linke antwortete, der Plan hänge seit Freitag im Schaufenster der Landesgeschäftsstelle aus.