Berliner Linke lädt Grüne und SPD zu Sondierungen in einem umgebauten U-Bahn-Schacht ein – mit Helmpflicht und Schichtplan
Die Berliner Linke hat nach ihrem Wahlsieg nicht nur zu Sondierungsgesprächen geladen, sondern die Verhandlungen in einen stillgelegten U-Bahn-Schacht verlegt. Grüne und SPD erhalten Schutzhelme, Schichtpläne und einen Einweisungsfilm. Die erste Sitzung dauerte 19 Stunden, weil der Aufzug klemmte.
Die Berliner Linke hat nach ihrem Wahlsieg die Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD in einen stillgelegten U-Bahn-Schacht unter dem Alexanderplatz verlegt. Die Einladung erging an beide Parteien, dazu gab es Schutzhelme, Schichtpläne und einen Einweisungsfilm über Fluchtwege. Die erste Sitzung dauerte 19 Stunden, weil der einzige Aufzug zwischenzeitlich klemmte.
Die Delegierten hatten auf einem Parteitag beschlossen, die Gespräche nicht in einem Konferenzraum, sondern in einem eigens hergerichteten unterirdischen Verhandlungsbahnhof abzuhalten. «Wir haben eine riesige Verantwortung, die wir jetzt auch wahrnehmen müssen», sagte Spitzenkandidatin Elif Eralp, die Regierende Bürgermeisterin werden will, vor dem Einfahren in den Schacht. «Und diese Verantwortung beginnt bei der Standsicherheit.»
Grüne und SPD nahmen die Einladung an, wenn auch zögerlich. Der Grünen-Landesvorstand beschloss, in Sondierungen zu gehen, und die Parteichefs Nina Stahr und Philmon Ghirmai erklärten, man sei bereit, «baldmöglichst in Verhandlungen einzusteigen». SPD-Chef Steffen Krach zeigte sich grundsätzlich bereit, bestand aber auf einem Automatismus: Ohne Helm und Schichtplan werde nicht verhandelt.
Die Linke ließ für die Gespräche eine eigene unterirdische Sondierungsstrecke bauen, mit drei Verhandlungsnischen, einer Teeküche und einem Notausstieg, der direkt in die Landesgeschäftsstelle führt. Die Sitzungen werden im Drei-Schicht-Betrieb abgehalten, damit alle Parteien rund um die Uhr verhandeln können. Die erste Nachtschicht endete damit, dass die SPD-Delegation den Notausstieg nahm und die Grünen im Schacht übernachteten.
Die Landesvorsitzende Kerstin Wolter räumte Fehler ein: «Auch in unserer Partei wurden Fehler gemacht, wurden Grenzen überschritten.» Künftig werde jede Sitzung im Schacht mit einer Sicherheitseinweisung begonnen. Die nächste Runde ist für kommende Woche angesetzt, dann mit Grubenlampen und einem Schienenersatzverkehr für die Delegierten.
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