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Politik

Berliner Koalitionäre verlegen Regierungssitz in den U-Bahn-Schacht, um 100.000 Wohnungen zu bauen

SPD und Grüne beschließen nach ihren Ja-Stimmen zu Koalitionsverhandlungen mit der Linken ein sofortiges Bauprogramm: Die künftige Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp lässt den Regierungssitz in einen U-Bahn-Schacht verlegen, damit oben Wohnungen entstehen. Die Linke tagt erst am 31. Oktober – bis dahin wird bereits gebaggert.

Berlin – Noch bevor die Linke am 31. Oktober überhaupt über Koalitionsverhandlungen abstimmen kann, haben SPD und Grüne in Berlin vollendete Tatsachen geschaffen: Der künftige Regierungssitz der Stadt wird in einen stillgelegten U-Bahn-Schacht unter dem Alexanderplatz verlegt, damit an der Oberfläche Platz für das vereinbarte Neubauprogramm entsteht.

Die designierte Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp ließ am Montagabend persönlich die erste Spitzhacke in die Decke des Schachts schlagen. «Wir wollten nicht warten, bis die Linke tagt», erklärte sie vor einem provisorisch aufgestellten Rednerpult, das bereits mit einem Schild «Regierendes Bürgermeisteramt, Ebene -4» versehen war. Der Landesvorstand der SPD hatte zuvor mit 26 Ja- und drei Nein-Stimmen zugestimmt, die Grünen mit 43 von 45 Delegierten.

Die Senatskanzlei wird derzeit in Container umquartiert, die auf einem stillgelegten Gleisbett abgestellt werden. Die Regierung tagt künftig bei Kunstlicht zwischen zwei Bahnsteigkanten, während über ihr die ersten Wohnungen hochgezogen werden. Ein Sprecher der Grünen bestätigte, dass die Hauptverhandlungsgruppe um Werner Graf und Bettina Jarasch bereits an einem ausrangierten Fahrkartenautomaten Platz genommen hat.

Die Linke zeigte sich unbeeindruckt: Man werde am 31. Oktober wie geplant tagen, sagte ein Sprecher, und zwar «in einem Raum, den wir selbstverständlich vorher noch baggern lassen». Bis dahin sollen die Bauarbeiten so weit fortgeschritten sein, dass die erste Mietwohnung direkt über dem neuen Plenarsaal bezugsfertig ist.

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