Banaszak verlangt von Berliner Koalitionärs einen öffentlichen Probe-Eid auf dem Tempelhofer Feld
Felix Banaszak will das rot-grün-rote Bündnis in Berlin erst starten lassen, wenn alle Beteiligten vor Publikum einen feierlichen Eid ablegen und dabei jeden künftigen Streitpunkt einzeln durchgehen.
Felix Banaszak hat für das geplante rot-grün-rote Bündnis in Berlin eine öffentliche Probe-Vereidigung angeordnet: Auf dem Tempelhofer Feld sollen Linke, Grüne und SPD vor geladenem Publikum einen feierlichen Eid ablegen, in dem sie jeden künftigen Streitpunkt einzeln aussprechen und beschwören, ihn nie wieder zu berühren.
Die Zeremonie ist auf drei Tage angesetzt. Am ersten Tag tragen die Spitzenkandidaten abwechselnd ihre Konfliktthemen vor, am zweiten wiederholen sie dieselben Sätze im Chor, am dritten schreiten sie eine eigens errichtete Holzbühne ab, auf der jede Partei einen eigenen Stuhl erhält, der nur betreten werden darf, wenn die vorherige Streitfrage als geklärt ausgerufen wurde.
Banaszak sagte beim Bundeskongress der Grünen Jugend in Leipzig, er wolle nicht erleben, dass das Bündnis an inneren Widersprüchen zerbricht, weil man die Probleme nicht am Anfang geklärt habe. «Wenn alle paar Wochen irgendwo von Teilen dieser Koalition Leute eingeladen werden, die zur Intifada aufrufen, dann wird dieses Projekt nicht fünf Jahre stabil halten», so der Parteichef. Deshalb müsse man es vorher ansprechen, damit man mit einem guten Gefühl in dieses Bündnis gehen könne.
Die Berliner Landesverbände haben inzwischen zugesagt, für die Probe-Vereidigung eigens eine Choreografie einzuüben. Die Grüne Jugend kündigte an, während der Zeremonie am Bühnenrand Aufstellung zu nehmen und jede nicht ausgesprochene Streitfrage laut mitzuzählen. Ein Sprecher der Linken erklärte, man werde selbstverständlich erscheinen, allerdings nur, wenn die Stühle vorher nummeriert würden.
Für den Fall, dass ein Beteiligter während der drei Tage einen Satz vergisst, soll die Zeremonie am nächsten Morgen von vorn beginnen. Banaszak ließ mitteilen, er werde persönlich anwesend sein und die Stoppuhr bedienen.
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