AfD richtet in Marzahn-Hellersdorf Dauerwahlkampf ein – Bezirk wird zum Wahllokal auf Lebenszeit
Nach dem klaren Sieg der AfD in Marzahn-Hellersdorf wird der Bezirk in ein permanenten Wahlkampfmodus versetzt: Stimmzettel werden an jeder Ecke ausgegeben, die Wahlurnen bleiben dauerhaft geöffnet, und die Partei verpflichtet alle Bewohner zu wöchentlichen Wahltrainings.
Nach dem deutlichen Sieg der AfD bei der Abgeordnetenhauswahl in Marzahn-Hellersdorf hat die Partei den Bezirk in ein einziges, dauerhaftes Wahllokal verwandelt. Die Wahlurnen in allen sechs Wahlkreisen bleiben ab sofort geöffnet, die Stimmzettel werden kostenlos an jeder Straßenecke verteilt, und die Bezirksverordnetenversammlung tagt nur noch als ständiger Wahlausschuss.
«Wir haben verstanden, dass die Menschen hier nicht nur alle fünf Jahre wählen wollen», erklärte die Landesvorsitzende Kristin Brinker. «Deshalb richten wir einen permanenten Wahlkampf ein. Jeder Bürger erhält eine eigene Wahlkabine für zu Hause, und die Auszählung findet jeden Freitag statt.» Die Partei hat bereits damit begonnen, in leerstehenden Ladenzeilen mobile Wahllokale einzurichten, in denen rund um die Uhr gewählt werden kann.
Die bisherige CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die eines der sechs Direktmandate errungen hat, muss nun wöchentlich an einer Wahlpflichtveranstaltung teilnehmen. «Ich habe nichts gegen Demokratie», sagte sie, «aber dass ich jetzt jeden Montag um sieben Uhr morgens meine Stimme abgeben muss, hat mir niemand vorher gesagt.» Die AfD plant, die Wahlbeteiligung durch ein Punktesystem zu belohnen: Wer besonders oft wählt, erhält einen Rabatt auf die nächste Miete.
In den umliegenden Bezirken wie Treptow-Köpenick und Lichtenberg haben die Behörden bereits Anfragen erhalten, ob man das Marzahn-Hellersdorfer Modell übernehmen könne. Die AfD kündigte an, die Wahlurnen auch dort aufzustellen, wo sie noch keine Direktmandate gewonnen hat. «Wir hören erst auf, wenn ganz Berlin alle zwei Wochen wählt», so Brinker.