Abgeordneter Heuer quartiert sich für die Siegmund-Wahl dauerhaft im Plenarsaal ein
Guido Heuer (CDU) will den Landtag von Sachsen-Anhalt zur Ministerpräsidentenwahl nicht verlassen – und hat sich zu diesem Zweck mit Feldbett, Vorräten und Reisekocher im Plenarsaal niedergelassen. Die Fraktion tagt derweil im Flur.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer hat den Plenarsaal des Landtags von Sachsen-Anhalt bezogen und gedenkt, ihn bis zur Ministerpräsidentenwahl im Dezember nicht mehr zu verlassen. Seit Montag steht dort sein Feldbett zwischen den Regierungsbänken, ein Reisekocher surrt auf dem Rednerpult, und an der Präsidiumsloge hängt eine Wäscheleine mit zwei Hemden.
Heuer begründet den Schritt damit, dass er den Saal nicht verlassen werde, wenn der AfD-Politiker Ulrich Siegmund zur Wahl antritt. «Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich den Saal nicht verlasse», sagte er, während er eine Tüte Trockenmilch in den Kocher rührte. «Das gilt auch für die Zeit davor.» Die CDU-Fraktion hatte beschlossen, den Saal geschlossen zu verlassen; da Heuer nun bereits drin wohnt, tagt die Fraktion seit Dienstag im Flur vor Saal 1, wo der Fraktionsvorsitzende Sven Schulze die Sitzungen an einer Stehtischgarnitur abhält.
Der Landtagspräsident hat einen zweiten Plenarsaal im Nebengebäude herrichten lassen, damit der Betrieb weiterläuft. Heuer ließ mitteilen, er werde auch dorthin umziehen, sobald der erste Saal für die Wahl gebraucht werde. Auf die Frage, wen er wählen wolle, erklärte er, er werde sich vor keiner geheimen Wahl und auch nach einer geheimen Wahl nicht dazu erklären. Bis dahin sortiert er im Saal seine Vorräte.
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