Tarantino baut sein Theaterstück als begehbares Filmset und lässt das Publikum die Dialoge selbst sprechen
Quentin Tarantino hat sein angekündigtes Theaterprojekt in ein begehbares Filmset verwandelt: Das Publikum läuft durch nachgebaute Kulissen und spricht die Rollen selbst, während der Regisseur mit Megafon Regie führt.
Quentin Tarantino hat sein Theaterprojekt in ein begehbares Filmset verwandelt: In einer stillgelegten Fabrikhalle in Los Angeles lässt er das Publikum durch nachgebaute Kulissen laufen und die Dialoge seiner Stücke selbst sprechen, während er mit einem Megafon von einem Gerüst aus Regie führt. Das Stück sei fertig, sagte er in einer Talkshow, man müsse es nur noch ablaufen.
Die Halle ist in Gänge unterteilt, an deren Ende jeweils ein Schauspieler steht, der eine Zeile vorgibt, die die Besucher nachsprechen müssen. Wer den Text verliert, wird von einem Platzanweiser in eine Ecke geführt und muss dort eine Szene allein zu Ende spielen. Tarantino nennt das «die natürliche Fortsetzung des Kinos, nur ohne Leinwand und ohne Stühle».
Für die Premiere hat er die Karten auf eine Zahl begrenzt, die sich nach der Länge der Gänge richtet: Jeder Besucher bekommt einen Meter Korridor zugewiesen, den er während der Aufführung nicht verlassen darf. Das Ensemble hat dafür eine eigene Schulung durchlaufen und lernt derzeit, wie man Besucher mit sanftem Nachdruck in die nächste Szene schiebt.
Sein zehnter Kinofilm, dessen Drehbuch bereits fertig vorliegt, muss nun warten. Tarantino sagte, er werde ihn erst drehen, wenn das Theaterpublikum gelernt habe, im Takt zu sprechen. Bis dahin probt die Halle täglich, und die Nachbarn beschweren sich über das gleichzeitige Aufsagen von Sätzen aus mehreren Gängen.
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