Stuttgart erklärt Popmusik zur dritten Amtssprache – Musical „& Julia“ läuft jetzt im Stundentakt, ganz Stuttgart tanzt mit
Nach der Premiere von „& Julia“ hat Stuttgart die Popmusik zur dritten Amtssprache erhoben. Die Stadt richtet einen stündlichen Musical-Takt ein, Beamte werden umgeschult, und die Verwaltung darf nur noch in Songtexten kommunizieren.
Stuttgart hat die Popmusik zur dritten Amtssprache erklärt. Nach der Premiere des Musicals «& Julia» beschloss der Gemeinderat in einer Sondersitzung, dass ab Montag sämtliche Behördengänge im Stadtgebiet ausschließlich in Songtexten der Neunzigerjahre abgewickelt werden. Die erste Amtshandlung: Ein stündlicher Musical-Takt, der die Innenstadt von acht bis zwanzig Uhr mit tanzenden Darstellern bespielt.
Die Stadtverwaltung wurde umgeschult. Standesbeamte, Kfz-Zulassung und Ordnungsamt absolvieren seit Freitag ein zwölfstündiges Pflichtprogramm, in dem sie lernen, Anträge mit «...Baby One More Time» zu beantworten und Widersprüche mit «I Want It That Way» zurückzuweisen. Wer die Melodie nicht trifft, wird zur Nachschulung an die Stuttgarter Oper überstellt. Ein Sprecher der Stadt erklärte ruhig, man habe die dritte Amtssprache gewählt, weil sie im ganzen Rathaus bereits gesprochen werde.
Die Folgen sind sichtbar. Die Königstraße wurde in eine durchgehende Tanzfläche umgewandelt, auf der Beamte und Besucher im Takt der Backstreet Boys ihre Anliegen vortragen. Die Stadtbahnlinien verkehren nur noch, wenn der Fahrer den Refrain von «Since U Been Gone» anstimmt. Die Polizei verteilt keine Bußgelder mehr, sondern verteilt Tanzkarten. Wer zu spät kommt, muss eine Choreografie einstudieren.
Die Musical-Produktion hat den Spielplan auf vier Vorstellungen täglich erhöht und sucht händeringend nach Statisten aus der Verwaltung. Die Stadt rechnet damit, dass bis Jahresende jeder Einwohner mindestens einmal auf einer Bühne gestanden hat. Der Oberbürgermeister kündigte an, die nächste Gemeinderatssitzung als Casting zu eröffnen.
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