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Kultur

Iñárritu lässt Tom Cruise in ganz Deutschland echte Löcher graben, um den Oscar zu erbuddeln

Alejandro González Iñárritu hat für seinen neuen Film «Digger» eine beispiellose Werbekampagne gestartet: Tom Cruise gräbt in jeder deutschen Großstadt ein metertiefes Loch, um das Publikum auf die Apokalypse einzustimmen. Die Städte sind begeistert, die Oscar-Akademie ratlos.

Alejandro González Iñárritu hat für seinen neuen Film «Digger» eine Werbekampagne der absoluten Hingabe gestartet: Tom Cruise gräbt seit dem 1. Oktober in jeder deutschen Großstadt ein metertiefes Loch. In Berlin-Mitte, München, Hamburg und Köln sind die Baustellen bereits eingerichtet, und Cruise lässt sich von schwerem Gerät nicht beeindrucken. «Panik ist eine Ressource», erklärt er beim Ausheben der Grube in Frankfurt, «und ein Loch ist die ehrlichste Form der Panik.»

Die Städte reagieren mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und baurechtlicher Begeisterung. In Stuttgart wurde eigens eine Sondergenehmigung erteilt, die das Graben bis zu einer Tiefe von achtzehn Metern erlaubt, sofern der Aushub ordnungsgemäß abtransportiert wird. In Leipzig hat die Stadtverwaltung den umliegenden Anwohnern kostenlose Ohrstöpsel zur Verfügung gestellt und den Verkehr um den Hauptbahnhof für die nächsten sechs Wochen gesperrt. «Wir haben verstanden», heißt es aus dem Rathaus, «dass es hier um Kunst geht.»

Die Oscar-Akademie zeigt sich irritiert. Ein Sprecher bestätigte, dass die Einreichung eines Films, der mit einem realen Loch in Verbindung steht, «bislang nicht vorgesehen» sei. Cruise lässt das kalt: «Ich habe schon für weniger gegraben.» Iñárritu wiederum sieht in der Aktion die logische Fortsetzung seines Films. «Wenn die Welt schon absurd ist, dann wenigstens mit Schaufel», sagte er am Rande der Dreharbeiten in Nürnberg, wo Cruise gerade ein Loch in der Größe eines Einfamilienhauses aushebt.

Die deutsche Kinokette CinemaxX hat angekündigt, in allen Filialen Eimer und Spaten auszuleihen. Der Erlös geht an die Oscar-Kampagne. In Dresden wurde unterdessen ein Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem Bürger das tiefste Loch graben dürfen. Der Gewinner erhält eine lebenslange Kinokarte und einen Platz in der ersten Reihe bei der Premiere. Cruise selbst will bis Weihnachten in allen sechzehn Bundesländern gegraben haben. «Danach», so ein Sprecher, «beginnt die Promotion für die Fortsetzung.»

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