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Kultur

Helen Mirren nimmt Douglas-Sirk-Preis entgegen und verhängt über Hamburg eine lebenslange Theaterpflicht

Die Oscar-Preisträgerin hat den Douglas-Sirk-Preis des Filmfests Hamburg angenommen – und aus Dankbarkeit eine Stadtverordnung erlassen, die alle Einwohner zu täglichen Shakespeare-Aufführungen verpflichtet.

Helen Mirren hat den Douglas-Sirk-Preis des Filmfests Hamburg entgegengenommen und unmittelbar danach eine Stadtverordnung unterzeichnet, die jeden Hamburger Einwohner zu einer täglichen Shakespeare-Aufführung verpflichtet. Die Regelung tritt am 1. Oktober in Kraft und gilt bis zum Ende des Festivals am 3. Oktober – allerdings für alle folgenden Jahre gleichermaßen, da Mirren die Verordnung auf unbestimmte Zeit verlängerte.

Die Schauspielerin begründete den Schritt mit den Worten: «Ich nehme diesen Preis mit großem Stolz an, und ich möchte, dass diese Stadt ihn jeden einzelnen Tag spürt.» Konkret bedeutet das: Zwischen 18 und 20 Uhr müssen alle Bewohner auf öffentlichen Plätzen mindestens eine Szene aus einem Werk von William Shakespeare darbieten. Wer nicht teilnimmt, wird zu einer Nachschulung in Sachen Bühnenpräsenz verpflichtet, die von Iris Berben persönlich geleitet wird.

Die Stadt Hamburg hat bereits reagiert. Auf dem Rathausmarkt wurden 340 hölzerne Bühnenpodeste errichtet, der Jungfernstieg wurde in eine durchgehende Theaterstraße umgewandelt. Die Behörde für Kultur und Medien teilte mit, man habe «die logistischen Herausforderungen unterschätzt» und suche nun händeringend nach 12.000 Kostümen. Die Hafencity wird vorsorglich in ein Freilichttheater umgebaut, damit auch die Bewohner der Elbvororte ihre Pflicht erfüllen können.

Die örtliche Wirtschaft reagierte unterschiedlich. Ein Bäckermeister aus Eimsbüttel erklärte, er habe sein Schaufenster bereits in eine Kulisse für «Macbeth» verwandelt und verkaufe jetzt Brötchen nur noch an Darsteller in passender Gewandung. Der Hamburger Senat prüft derzeit, ob die Verordnung auf das Umland ausgeweitet werden kann. Helen Mirren ließ lediglich ausrichten, sie werde im kommenden Jahr wiederkommen, um die Einhaltung persönlich zu überprüfen.

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