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Kultur

Filmfest Venedig verlegt Jury-Pressekonferenz in Schwimmbecken, Fragen nur per Taucherglocke erlaubt

Nach der kurzfristigen Absage verlegt das Filmfest Venedig die Eröffnungs-Pressekonferenz der Jury ins 3-Meter-Becken des Lido. Journalisten müssen in Taucheranzügen mit wasserfesten Schiefertafeln ihre Fragen stellen, Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal antwortet per Unterwasserlautsprecher.

Die 83. Filmfestspiele Venedig haben die zunächst gestrichene Eröffnungs-Pressekonferenz der Jury doch noch angesetzt – allerdings nicht im Palazzo del Cinema, sondern im 3-Meter-Sprungbecken des kommunalen Hallenbads am Lido. Festivaldirektor Alberto Barbera begründete die Verlegung mit einem „dringend notwendigen Kühlungsbedarf der Debattenkultur“.

Journalisten, die Fragen an Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal und ihre neun Kollegen richten wollen, müssen fortan einen Leih-Taucheranzug des Festivals tragen und ihre Fragen mit wasserfesten Stiften auf Schiefertafeln schreiben. Die Tafeln werden von Schwimmmeistern in Badelatschen zum Beckenrand getragen, wo ein Taucher sie in drei Metern Tiefe der Jury präsentiert. Gyllenhaal beantwortet jede Frage über ein Unterwasserlautsprecher-System, das die Festivaltechnik eigens aus einem ehemaligen Delfinarium der Stadt Venedig ausgebaut hat.

Die ersten 45 Minuten der Konferenz entfallen auf das Anlegen der Ausrüstung und die Sicherheitseinweisung, in der den Journalisten erklärt wird, dass politische Fragen ausschließlich in Form von Pantomime gestellt werden dürfen. Wer dennoch eine Frage zum Gaza-Konflikt artikuliert, muss eine Strafrunde von 200 Metern Kraulschwimmen absolvieren. Die Festivalleitung bestätigte, dass die Maßnahme nichts mit den politisch aufgeladenen Pressekonferenzen der vergangenen Jahre zu tun habe, sondern ausschließlich der „thermischen Entlastung der Jury“ diene.

Bis zum 12. September sind täglich zwei Pressekonferenz-Schichten im Hallenbad angesetzt, die Beckenrand-Kapazität ist auf 80 stehende Journalisten begrenzt. Wer keine Taucherflasche mehr bekommt, darf seine Fragen per Brieftaube einfliegen lassen, die das Festival zu diesem Zweck auf dem Markusplatz trainiert.

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