Deutsche Emmy-Nominierte bauen Preisgala in Originalgröße nach – für den Fall, dass sie gewinnen
Zwei deutsche Produktionen sind für den International Emmy nominiert. Ihre Teams haben in Berlin bereits eine exakte Nachbildung der New Yorker Gala-Halle errichtet, um den möglichen Sieg zu proben. Die Stadt spielt mit.
Die Teams der nominierten deutschen Produktionen «Der talentierte Mr. F.» und «Lenas Hof» haben in einer stillgelegten Berliner Fabrikhalle eine exakte Nachbildung der New Yorker Gala-Bühne errichtet – inklusive roter Teppiche, Scheinwerfer und einer lebensgroßen Pappfigur des Moderators. Jeden Abend um 20 Uhr proben sie den Moment, in dem ihr Name aufgerufen wird.
Die Proben folgen einem minutiösen Protokoll: Der Regisseur von «Der talentierte Mr. F.» hat einen 40-seitigen Ablaufplan erstellt, der vorschreibt, wie lange der Applaus dauern darf, wer wann aufsteht und in welcher Reihenfolge die Danksagungen gesprochen werden. Die Animationsserie «Lenas Hof» hat für ihre Probe einen echten Bauernhof vor die Halle verlegt, damit die Figuren authentisch wirken. «Wir wollen nicht, dass uns der Moment überrascht», sagte eine Produktionsleiterin.
Die Stadt Berlin hat inzwischen eine Sondergenehmigung erteilt, damit die Proben bis November täglich stattfinden können. Anwohner berichten, dass sie nachts den Applaus hören. Ein Sprecher der International Academy of Television Arts & Sciences in New York erklärte auf Anfrage, man habe von den Proben gehört und finde sie «bemerkenswert gründlich». Die Sieger werden am 23. November in New York bekanntgegeben.
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