NRW erklärt Schuljahr für beendet, bis alle Lehrer gleich viel verdienen
Zum Schulstart zieht die GEW Bilanz: NRW bleibt beim Bildungsziel zurück. Nun erklärt das Land das Schuljahr für beendet, bis die Besoldungsreform abgeschlossen ist.
Düsseldorf. Zum Start des neuen Schuljahres hat das nordrhein-westfälische Schulministerium das Schuljahr für beendet erklärt – bis die Besoldungsreform abgeschlossen ist, die zuletzt beförderte Lehrkräfte genauso viel verdienen ließ wie Berufsanfänger. „Solange ein Oberstudienrat nicht mehr erhält als ein Referendar, wird keine einzige Klassenarbeit mehr geschrieben“, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst bei der Eröffnungsfeier, die zugleich die Abschlussfeier war.
Die GEW-Landeschefin Ayla Çelik begrüßte den Schritt als „konsequent“. Bereits am ersten Schultag wurden alle Klassenräume leer geräumt, die Stühle hochgestellt und die Tafeln mit dem Hinweis „Bis auf Weiteres geschlossen“ versehen. In den Lehrerzimmern hängen nun Dienstpläne, die nur noch eine Aufgabe vorsehen: das gemeinsame Warten auf die nächste Gehaltsstufe. „Wir üben bereits das kollektive Daumendrehen“, so ein Sprecher des Ministeriums.
Die Gewerkschaft kündigte an, die Zeit für „Fortbildungen im Stillstand“ zu nutzen. Geplant sind Seminare zur „Kunst des Abwartens“ und ein Workshop „Wie erkläre ich Eltern, dass ihr Kind dieses Jahr nichts lernt“. Die ersten Eltern haben bereits begonnen, ihre Kinder selbst zu unterrichten – mit dem Lehrplan des Vorjahres, den sie sich aus dem Internet heruntergeladen haben. Das Ministerium prüft derweil, ob die Sommerferien um weitere sechs Wochen verlängert werden können, um den Reformprozess zu beschleunigen.