Münchner WG-Zimmer kostet jetzt 510 Euro pro Quadratmeter – Vermieter führt Warteliste mit 78.000 Studierenden
München hat die WG-Preise zum Wintersemester auf 510 Euro pro Quadratmeter erhöht. Die Nachfrage ist so groß, dass die Stadt eine zentrale Warteliste mit 78.000 Studierenden eingerichtet hat, die nach einem Punktesystem abgearbeitet wird.
München hat zum Start des Wintersemesters die Preise für WG-Zimmer auf einheitlich 510 Euro pro Quadratmeter angehoben. Die Stadt reagiert damit auf eine Nachfrage, die nach Angaben des neu gegründeten Amts für studentisches Wohnen inzwischen bei 78.000 registrierten Suchenden liegt.
Wer ein Zimmer erhalten will, muss sich in eine zentrale Warteliste eintragen. Die Vergabe erfolgt nach einem Punktesystem: Für jedes Semester Wartezeit gibt es einen Punkt, für jeden Kilometer Anreise aus dem Umland zwei. Die ersten 300 Plätze werden kommende Woche in einer öffentlichen Zeremonie im Hofbräuhaus versteigert. Der Erlös fließt in den Bau von Schlafkojen in ehemaligen Bierzelten.
Die Vermieter haben sich verpflichtet, künftig nur noch an Studierende zu vermieten, die mindestens 16 Stunden pro Woche in einem städtischen Ehrenamt arbeiten. Dafür erhalten sie einen Schlüssel für die neue U-Bahn-Linie U9, die direkt durch die Wartelisten-Halle führt. Die Stadt rechnet damit, dass die durchschnittliche Wartezeit auf ein Zimmer bis 2030 auf 14 Semester sinkt.
Die Berliner CDU hat angekündigt, das Münchner Modell zu kopieren, sobald die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen sind. Bis dahin bleiben die Preise in Berlin bei 510 Euro pro Quadratmeter stabil.