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Gesellschaft

Messner lässt Dolomiten von einer Ehrengarde bewachen – jeder Gipfelstürmer muss jetzt an einer Zeremonie teilnehmen

Reinhold Messner hat in den Dolomiten eine ständige Ehrengarde aus Bergführern stationiert. Wer einen Gipfel besteigen will, muss zuvor an einer feierlichen Zeremonie teilnehmen und eine Nummer ziehen.

Reinhold Messner hat in den Dolomiten eine ständige Ehrengarde aus ehemaligen Bergführern stationiert. Sie steht an jedem Zugang zu den großen Gipfeln, trägt eine dunkle Uniform mit Südtiroler Wappen und lässt niemanden durch, der nicht zuvor an einer feierlichen Zeremonie teilgenommen hat.

Die Zeremonie dauert nach Angaben der neu geschaffenen Bergwachtbehörde drei Stunden. Wer einen Gipfel besteigen will, zieht am Fuß des Berges eine Nummer, kniet vor der Ehrengarde nieder und spricht einen von Messner persönlich verfassten Eid nach, in dem er verspricht, den Berg nicht zu fotografieren, nicht zu filmen und nicht zu erwähnen, dass er dort war.

Die Bergwachtbehörde hat in den ersten zwei Wochen mehr als achthundert Nummern ausgegeben. Die Warteschlange am Fuß der Drei Zinnen reicht inzwischen bis in das Tal, wo ein ehemaliger Parkplatz zu einem Wartebereich mit Bänken und einer Suppenküche umgebaut wurde. Die örtliche Feuerwehr verteilt Decken. Ein Bergführer, der seinen Namen nicht nennen will, sagt: «Wir haben früher Leute auf den Berg gebracht. Jetzt bringen wir sie wieder runter, wenn sie die Zeremonie nicht bestanden haben.»

Messner selbst hat angekündigt, die Ehrengarde persönlich zu inspizieren. Er will jeden Monat einen anderen Gipfel besuchen und die Uniformen kontrollieren. Die Bergwachtbehörde hat bereits einen Fahrplan veröffentlicht, der vorsieht, dass die Zeremonie im kommenden Jahr auf alle Alpenpässe ausgeweitet wird. Wer ohne gültige Nummer angetroffen wird, muss den Berg rückwärts verlassen.

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