Mammografie-Screening ab 45: Wartezimmer werden zu Dauereinrichtungen mit Schichtbetrieb
Die Altersgrenze für das Mammografie-Screening sinkt auf 45 Jahre. Kliniken richten permanent besetzte Wartesäle ein, in denen Frauen ab 45 künftig im Schichtsystem auf ihren Termin warten.
Die Altersgrenze für das Mammografie-Screening wird auf 45 Jahre gesenkt. Als unmittelbare Folge haben die Radiologischen Zentren in ganz Deutschland ihre Wartezimmer in dauerhaft betriebene Aufenthaltsbereiche umgewandelt, die rund um die Uhr geöffnet sind und nach Schichtplänen bewirtschaftet werden.
Wer künftig zur Früherkennung erscheint, betritt nicht mehr einen Warteraum, sondern eine sogenannte Vorsorgehalle. Dort gelten feste Sitzordnungen, nummerierte Bänke und ausgerufene Wartegruppen. Die erste Gruppe umfasst Frauen im Alter von 45 bis 47 Jahren, die zweite Gruppe 48 bis 50, und so weiter bis zur letzten Gruppe, die erst nach Mitternacht aufgerufen wird. Ein Sanitäter verteilt Decken und Thermoskannen, weil die Wartezeit nach Angaben der Zentren mehrere Tage betragen kann.
Die Kassenärztliche Vereinigung hat bestätigt, dass die neuen Hallen beheizt, belüftet und mit Sanitäranlagen ausgestattet sind. «Wir haben die Kapazität verdreifacht, indem wir die Wartebereiche nicht mehr schließen», sagte ein Sprecher. «Wer um 3 Uhr morgens kommt, bekommt einen der begehrten Frühstücksplätze.»
In mehreren Städten haben sich bereits feste Wartegemeinschaften gebildet. Frauen bringen Klappstühle, Kissen und Brettspiele mit. Einige Zentren haben Lautsprecherdurchsagen eingeführt, die alle zwei Stunden den aktuellen Stand der Aufrufe verkünden. Die Nachfrage ist so groß, dass zusätzliche Zelte auf den Parkplätzen errichtet wurden.
Kritiker warnen, die eigentliche Untersuchung dauere nur wenige Minuten, während die Wartezeit nun in die Wochen gehe. Die Zentren verweisen auf die gestiegene Zahl der Berechtigten und kündigen an, die Öffnungszeiten der Hallen auf 24 Stunden an sieben Tagen auszuweiten.
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