Kerkeling verhängt bundesweite Solidaritäts-Schweigeminute: 41 Prominente stehen sieben Tage lang schweigend vor seinem Haus
Nach einer Hasswelle richtet Hape Kerkeling eine ständige Mahnwache ein. Prominente reisen an, die Behörden reagieren mit einem eigenen Zeremoniell.
Hape Kerkeling hat als Antwort auf die anhaltende Hasswelle eine bundesweite Solidaritäts-Schweigeminute ausgerufen, die seit Montag ununterbrochen andauert. Vor seinem Wohnhaus in Köln stehen 41 Prominente in Sieben-Tage-Schichten, die Köpfe gesenkt, die Hände gefaltet, und wechseln sich alle vier Stunden ab. Die Aktion trägt den Titel «Stille für Hape» und soll nach Angaben der Organisatoren so lange fortgesetzt werden, bis die letzte Hassnachricht eingegangen ist.
Die Stadt Köln hat den Gehweg vor dem Haus zur offiziellen Gedenkstätte erklärt und eine mobile Toilettenanlage sowie einen Getränkestand für die Teilnehmer aufgestellt. Ein Sprecher des Ordnungsamts bestätigte, dass die Mahnwache «genehmigt, beleuchtet und mit Strom versorgt» sei. Die Prominenten dürfen während ihrer Schicht nicht sprechen, nicht telefonieren und keine Fotos machen; Verstöße werden mit einer zusätzlichen Nachtschicht geahndet.
Mehrere Fernsehsender haben ihr Programm umgestellt und übertragen die Schweigeminute in voller Länge. Ein Sender strahlt seit Montag ein Standbild der wartenden Prominenten aus, unterlegt mit einem leisen Rauschen. Die Einschaltquoten liegen nach Senderangaben höher als beim Finale der Fußball-Bundesliga. Ein Moderator erklärte, man wolle «den Hass nicht mit Worten, sondern mit Sendezeit» beantworten.
Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag kündigte an, eine eigene Schweigeminute abzuhalten, allerdings gegen die Solidaritätsaktion gerichtet. Ein Sprecher sagte, man schweige «aus Protest gegen das Schweigen der anderen». Die Fraktion hat für Donnerstag einen Marsch angekündigt, bei dem die Teilnehmer ebenfalls schweigen, aber Schilder mit der Aufschrift «Wir schweigen lauter» tragen.
Kerkeling selbst hat sich bislang nicht geäußert. Sein Anwalt ließ lediglich mitteilen, sein Mandant werde «erst wieder sprechen, wenn alle anderen fertig geschwiegen haben». Für kommende Woche ist geplant, die Mahnwache auf weitere Städte auszuweiten; in Hamburg und München haben sich bereits Freiwillige gemeldet.
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