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Gesellschaft

Eurasburg führt Pflicht-Wohnmobil-TÜV ein: Jeder Camper muss künftig vor Zeugen qualmen

Nach einem Betrugsfall in Eurasburg reagiert die Gemeinde mit einer drastischen Maßnahme: Wohnmobile dürfen nur noch verkauft werden, wenn sie zuvor auf einem öffentlichen Prüfstand sichtbar gequalmt haben. Die Regelung gilt rückwirkend für alle Fahrzeuge im Landkreis.

Die Gemeinde Eurasburg hat als erste Kommune Bayerns eine allgemeine Qualmpflicht für Wohnmobile eingeführt. Jeder Verkauf eines Campers muss künftig auf einem eigens errichteten Prüfstand am Ortsrand stattfinden, wo das Fahrzeug vor mindestens drei Gemeindebediensteten und einem Notar sichtbar qualmen muss. Die Zeremonie dauert nach Angaben der Verwaltung exakt so lange, wie das Fahrzeug braucht, um eine amtliche Rauchfahne von zwei Metern Höhe zu erzeugen.

Anlass ist ein Vorfall, bei dem zwei Käufer während der Verkaufsverhandlung den Motor eines Wohnmobils manipulierten und das Fahrzeug dadurch für einen symbolischen Preis erwarben. Die Gemeinde zog daraus den Schluss, dass künftig niemand mehr ohne Zeugen qualmen darf. «Wer sein Wohnmobil verkaufen will, muss es vorher öffentlich rauchen lassen», erklärte ein Sprecher der Gemeindeverwaltung. «Alles andere wäre Spekulation.»

Der Prüfstand wurde innerhalb von neun Tagen auf einer ehemaligen Pferdekoppel errichtet. Er besteht aus einer Rampe, einem Windschutz und einer Sitzbank für die Prüfkommission. Die Warteliste ist bereits so lang, dass die Gemeinde eine zweite Rampe plant. Wer ohne gültigen Qualmnachweis verkauft, dessen Fahrzeug wird auf unbestimmte Zeit am Ortsrand abgestellt und darf nur noch rückwärts bewegt werden.

Die Regelung gilt rückwirkend für alle Wohnmobile im Landkreis. Nachbargemeinden haben bereits Interesse angemeldet. Ein Sprecher der Kreisverwaltung bestätigte, dass man prüfe, ob künftig auch Anhänger und Wohnwagen qualmen müssen.

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