DGB erklärt Antikriegstag zum Pflichttermin für alle Friedensbewegten mit Anwesenheitskontrolle
Zum Antikriegstag führt der Deutsche Gewerkschaftsbund eine neue Teilnahmepflicht ein: Wer auf der Friedensdemo fehlt, muss nachsitzen. Die Bewegung reagiert mit eigenen Kontrollkommissionen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat den Antikriegstag zum Pflichttermin erklärt: Ab sofort gilt für alle Friedensbewegten eine Anwesenheitspflicht bei den jährlichen Demonstrationen am 1. September, deren Einhaltung von eigens geschulten Ordnerkommissionen mit Namenslisten und Sichtkontrollen überwacht wird. Wer unentschuldigt fehlt, muss am darauffolgenden Wochenende an einem verpflichtenden Friedensseminar in der nächstgelegenen Gewerkschaftshochschule teilnehmen.
Die ersten Kontrollen am heutigen Vormittag verliefen nach Angaben des DGB überwiegend erfolgreich: In Berlin wurden 3.847 Teilnehmer registriert, 212 Friedensbewegte erhielten wegen fehlender Transparente eine Verwarnung, 58 wegen unzureichender Friedfertigkeit in der Sprechchormelodie. Die Bewegung hat auf die neue Regelung reagiert, indem sie eigene Kontrollkommissionen bildete, die wiederum die Kontrolleure kontrollieren, ob diese beim Kontrollieren ausreichend friedlich gesinnt sind.
Bundesgeschäftsführerin der neuen Abteilung für Demonstrationsdisziplin, Ingrid Baumgart, sagte: „Frieden ist keine Kür, sondern eine Pflichtübung. Wer den Antikriegstag schwänzt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und muss mit Nachschulung rechnen.“ Für das kommende Jahr kündigte der DGB an, die Anwesenheitspflicht auf alle Sonntage auszuweiten, an denen keine bewaffneten Konflikte gemeldet sind. Die ersten Friedensbewegten haben bereits angekündigt, gegen die neue Ordnung zu protestieren – was nach den neuen Regeln als unentschuldigtes Fernbleiben vom Frieden gewertet wird.