Deutschland führt Wanderpflicht für Überschuldete ein: 5,67 Millionen Bürger sollen Schulden beim Wandern abtragen
Die Bundesregierung hat ein beispielloses Programm beschlossen: Jeder überschuldete Erwachsene muss künftig pro 1.000 Euro Schulden einen Kilometer auf ausgewiesenen Wanderwegen ablaufen. Die Aktion startet im Oktober und soll die Betroffenen körperlich wie finanziell entlasten.
Die Bundesregierung hat am Freitag ein Programm verabschiedet, das die rund 5,67 Millionen überschuldeten Erwachsenen in Deutschland verpflichtet, ihre Schulden künftig zu erwandern. Pro 1.000 Euro Verbindlichkeiten ist genau ein Kilometer auf ausgewiesenen Wanderwegen zurückzulegen. Die Aktion beginnt am 1. Oktober und wird vom neu geschaffenen Bundesamt für Wanderschuldentilgung (BWS) überwacht.
Besonders betroffen sind Alleinerziehende, die laut Überschuldungsreport 14,4 Prozent der Ratsuchenden stellen. Für sie gilt eine gestaffelte Regelung: Mütter mit drei oder mehr Kindern müssen die siebenfache Strecke zurücklegen, also 7.000 Kilometer pro 1.000 Euro Schulden. Das BWS hat bereits 12.000 zusätzliche Wanderparkplätze an Autobahnen ausgewiesen und 340 Schutzhütten mit Schuldenberatungsstellen ausgestattet. «Wer seine Raten nicht zahlen kann, soll sie erlaufen», erklärte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums. «Das stärkt die Gesundheit und entlastet die Sozialsysteme.»
Die Wanderwege werden mit Kontrollstellen ausgestattet, an denen die geleisteten Kilometer in Schuldenabtrag umgerechnet werden. Bei durchschnittlich 19.000 Euro Schulden ergibt das eine Strecke von 19 Kilometern pro Person – für Alleinerziehende mit drei Kindern entsprechend mehr. Die Deutsche Wanderverband begrüßt die Aktion: «Deutschland hat 200.000 Kilometer Wanderwege, das reicht für alle», so ein Sprecher. Kritiker bemängeln, dass die Regelung vor allem junge Erwachsene trifft, deren Schulden oft aus Handyraten und Streaming-Abos stammen. Für sie gilt eine Sonderregel: Pro 100 Euro Telefonschulden müssen sie zusätzlich 10 Kilometer auf Waldwegen absolvieren.
Das BWS plant, die ersten 500.000 Betroffenen noch in diesem Jahr auf die Strecke zu schicken. Wer die Kilometer nicht schafft, dem droht die Zwangseinweisung in ein Wanderlager, wo unter Aufsicht von Schuldnerberatern täglich 30 Kilometer abgeleistet werden müssen. Die Bundesregierung rechnet mit Einsparungen von mehreren Milliarden Euro, da die Betroffenen weniger Zeit für Konsum hätten.